Bremen Vegesack

Luftbild

Ansicht Hafenkontor

Ansicht Gasse

Ansicht Straße

Ansicht Vegesacker Hafen

Querschnitt

Anschluss ans Leben der Stadt

Altenwohnen am Stadthaven

Von der Vegesacker Altstadt kommend bildet Baufeld 4 den Auftakt des neuen Speicherquartiers. Über die das Hafenbecken überspannende Fußgängerbrücke ist es unmittelbar an die bestehende Stadtstruktur angebunden. Seinen formalen Ausdruck findet das Haus in der Überlagerung der historisch tradierten Figur von dicht nebeneinander stehenden Satteldachhäusern. Mit dem neu entwickelten städtebaulichen Fußabdruck verjüngt sich der trapezförmigen Grundriss nach Norden. Aus diesem ist die Kubatur des Hauses wie aus einem Massiv ausgestanzt. Durch die aus dem „Vegesacker Algorithmus“ entwickelten außenräumlichen Parameter erhält die in sich stringent regelmäßige Figur ihr vielschichtiges Erscheinungsbild. Das Konstruktionsraster des Gebäudes gibt seiner Backsteinfassade einen ordnenden und maßstabsbildenden Takt und dient der heterogenen Nutzungsmischung als optischer Halt.

Den graduellen Unterschieden von Öffentlichkeit entsprechend sind die Nutzungen im Erdgeschoss des Hauses angeordnet. Die Südwestecke wird durch eine Gastronomie geprägt und hilft so den Außenraum vor dem Gebäude als Entree in das neue Quartier zu aktivieren. Die erhöhten Erdgeschosszonen, mit denen das Haus gleichermaßen die Außenkante des Viertels bildet, beherbergen halbprivate Aufenthaltsräume der hier ansässigen Tagespflege für zwölf Personen. Sie sind in Richtung des Wassers ausgerichtet und verbinden so die innenräumlichen Qualitäten mit den außenräumlichen Besonderheiten des Ortes. Aus sicherer Warte haben die Bewohner:innen doch Kontakt zur Stadt. Auch Fahrradräume und Büros sind hier angeordnet.

Ein zentraler Erschließungsraum weitet und verengt sich von Süd nach Nord immer wieder und wird so zu einer „Promenade architecturale“, die das das Haus in seiner ganzen Länge durchmisst. Sie ist mehr als nur mit dem Brandschutz vereinbarer Zugang zum Inneren des Hauses und den Obergeschossen. Durch ihre Aufweitungen ermöglicht sie soziale Kontakte und macht rasches gehen ebenso möglich wie die kurze Unterhaltung, den sprichwörtlichen „Klönschnack“, oder beobachtende und längere Aufenthalte der Bewohner:innen.

Im zweiten und dritten Oberschoss finden sich sogenannte Service-Wohnungen, in denen die Bewohnenden den Grad ihrer Unterstützung im Rahmen unterschiedlicher Servicepakete selbstständig dazu buchen können, sowie je eine Demenz-WG für jeweils zwölf Personen. Alle Wohneinheiten sind mit einer eigenen Loggia ausgestattet, die den exklusiven Raum der Wohnung mit dem inklusiven Raum der Stadt verbindet. Mit der Mischung vom Ein-Raum-Appartement bis zur Drei-Zimmer-Wohnung wird auf die individuellen Bedürfnisse der künftigen Bewohnerschaft reagiert.

Die Demenz-WGs antworten räumlich auf die speziellen Bedürfnisse ihrer Bewohner:innen. Ein langgestreckter Aufenthaltsraum mit Gemeinschaftsküche durchmisst das Haus in seiner Breite und ist Teil eines Rundgangs innerhalb der Wohngemeinschaft. So wird kontemplativer Ausblick auf Stadt und Hafen ebenso ermöglicht, wie die Bewegung kleiner Spaziergänge im Haus.

Eine zweigeschossige Loggia an der Südwestecke des Hauses dient unter dem Dach als Gemeinschaftsraum für die gesamte Öffentlichkeit des Hauses. Er bietet Raum für Begegnungen, Feste und Austausch.

Luft-Wärmepumpen und weitere, dem Stand der Technik entsprechende, Installationen sind unter dem mit Photovoltaik-Modulen bekleideten Dach eingeräumt.